Britisch Kurzhaar vom Änderhaus: Spezialzucht alte Linien
Seit 1986 züchte ich in kleinem Rahmen Britisch Kurzhaar blau, ab und zu auch einmal blau-creme auf Gesundheit und Wesen.
Die ersten Katzen, die wir bekommen, sind für unseren Katzengeschmack offenbar prägend.
1985 kam mein erster Kater, der spätere EC Robinson de Fuerteventura zu mir, dessen mit 15,5 Jahren von ihm gezeugte Sohn zur Zeit mein Zuchtkater ist. Da alle meine Katzen bei mir alt werden, kann ich nur ab und zu ein Kätzchen selbst behalten. Zur Zeit habe ich mein en neunjährigen Kater, zwei kastrierte Mädchen, zwei Nachwuchszuchtkatzen und ein blau-creme Baby, von dem noch offen ist, ob es bleibt.
Als dann in Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre Linien mit US-Persern (Oldthyme Playboy und Nachfahren) und Exotic in die Briten eingekreuzt wurden, habe ich mich, wie anfangs noch mehrere Züchter, gesträubt. Auch chocolate, lilac, point und neuerdings cinnamon sind mir zu„moderne“ Farben.
Die Folge ist, dass meine Katzen im Verhältnis oft eine flachere Stirn und kleinere Augen haben. Auch sind sie oft Spätentwickler, die als Jungtiere oft noch „dreieckige Gesichter“ haben. Im Gegenzug haben sie dafür meist ein kurzes dichtes Fell mit „crisp“.
Als Diplom-Biologin mit einem Studienschwerpunkt in Populationsgenetik versuche ich, den Ahnenverlustkoeffizient und Founder-Effekte gering zu halten, d. h. möglichst unterschiedliche Verpaarungen mit möglichst seltenen Linien vorzunehmen und hochfrequente Kater zu meiden. Da es meine alten Linien „auf dem Kontinent“ nicht mehr gibt, bin ich auf GB-Import-Kater netter Züchterkolleginnen aus den Niederlanden angewiesen.
Während bei meinen inzwischen verstorbenen alten Katzen der jüngste Perserahn von 1963 stammte, haben die eingekreuzten Linien aus GB einen Perser von ca. 1978 (Wynclose Blue Miracle) und bei meiner Niamh („Zuckerkätzchen“) von ca. 1980 (Sharlyndon Genesis).
Eine HCM- oder PKD-Problematik oder andere Probleme mit genetischen Defekten gibt es bei meinen Tieren glücklicherweise bisher nicht. Vor dem Langhaarfaktor bin ich aber nicht ganz verschont geblieben, da es einem rezessiven Gen egal ist, wie alt der Perser ist, von dem es stammt. Durch den Gentest wird es aber vermutlich bei mir in Zukunft keine Langhaarkitten mehr geben.
Die Rufnamen meiner Katzen amüsieren manchmal die Ausstellungsbesucher. Da ist das „Katermädchen“, das ich als Baby für einen dicken Kater gehalten habe und dann ist da noch das „Zuckerkätzchen“ Niamh, das ja nicht zur seltenen Spezies der Salzkatzen (Oncifelis geoffroyi) gehört, also eine „Süßkatze“ sein muss.