Interessengemeinschaft Britisch Kurzhaar-Katzen im 1.DEKZV e.V.

Wachrüttler zur Weisszucht

· 29.03.2010

von Evelin Geisler

Weiße Katzen: Eine Warnung vor unseriösen Züchtern und Züchterinnen. Kaufen Sie bitte keine weiße Katze ohne den audiometrischen Hörtest inklusive Kennzeichnung durch Mikrochip!

Ch Tip Toe’s Eisbär & Eisking
Foto: Evelin Geisler

Weiße Katzen – egal welcher Rasse sie angehören und welche Augenfarbe sie haben – können manchmal taub sein oder nur einseitig hören. Außerdem kann das Fehlen des Tapetum Lucidum bei weißen Katzen mit blauen Augen oder mit zweierlei Augenfarben (odd-eyed) das Sehen der Katzen bei Nacht sehr einschränken. Wenn auch nur einer dieser Sinne (Hören oder Sehen bei Nacht) fehlt, darf die entsprechende Katze oder Kater nicht zur Zucht eingesetzt werden.
Der Tierschutz-Paragraph 11 b setzt hier eindeutig Maßstäbe und Grenzen.

Die einzige Untersuchung, mit der wirklich belegt werden kann, ob eine Katze (oder Menschen oder andere Wirbeltiere) hören können, ist der Audiometrie-Test, den qualifizierte Tierärzte durchführen – ebenso wie die Untersuchung des Tapetum Lucidum.

Wenn Sie sich in eine weiße Katze sozusagen verliebt haben – was bei mir ja auch im Jahr 1993 der Fall war – dann lassen Sie sich bitte nicht von unseriösen Züchtern (egal welchem Katzenverein diese angehören), weismachen, dass sie (die Züchter) es »sehen können, wenn eine Katze nicht hört« – Zitat einer für mich fragwürdigen »Züchterin«.
Wie gesagt, Aufschluss darüber gibt nur der Audiometrie-Test (auf englisch BEAR-Test).

Dieser Test, und auch die Untersuchung des Tapetum Lucidum, verbunden mit einer Kennzeichnung der Katze mittels Mikrochip (um Verwechslungen auszuschließen), kostet natürlich einige Euro. Der Audiometrie-Test, in dem auch die Mikrochip-Nr. der Katze vermerkt sein muss, gehört beim Kauf einer Katze ebenso dazu wie der Stammbaum und der Impfpass.

Und hier beginnt dann der Eiertanz von Züchtern, die sich meiner Meinung nach nicht Züchter nennen dürfen: Sie erzählen, dass die Kitten unter der Narkose litten, die mit dem Hörtest verbunden ist. Dies ist noch nie belegt worden, und ich selbst habe 31 Kitten bisher bei Frau Dr. Schroedter in Bad Segeberg testen lassen – ohne jegliche Probleme. Frau Dr. Schroedter bestätigt, dass bei den Audiometrie-Tests aller Katzenrassen, die sie durchgeführt hat (ca. 30 Katzen pro Jahr), keine Probleme durch die Kurznarkose aufgetreten sind. Dieses bestätigen auch Züchter und Züchterinnen, die ebenfalls verantwortungsvoll handeln und all ihre weißen Katzen, bevor sie verkauft werden, audiometrisch untersuchen lassen, sowie bei blauäugigen und odd-eyed Katzen das Tapetum Lucidum untersuchen lassen.

Eine Katzenausstellung birgt für (junge) Katzen weitaus größere Risiken als eine Kurznarkose beim Audiometrie-Test. Aber für viele »Züchter« ist es leider wichtiger, mit ihrem »Weltsieger« zu werben, anstatt die Gesundheit ihrer Tiere als das Wichtigste voranzustellen. Und viele »Züchter«, die auch weiße Katzen züchten, haben auf ihrer Webseite nicht den kleinsten Hinweis auf die Problematik dieser Farbe. So nach dem Motto »Ja keine schlafenden Hunde (in dem Fall Katzen) wecken!« Denn sie wollen ihre Kitten so schnell wie möglich aus dem Haus haben und geben sie ohne Hörtests ab. Das ist unverantwortlich, da jeder Katzenliebhaber, also Sie als Käufer, wissen muss, ob das neue Familienmitglied hören kann oder nicht, um sich darauf einstellen zu können.

Und für einen Züchter ist normalerweise die Verantwortung noch größer, denn nur so kann er oder sie überprüfen, wie es um die Vererbung und Gesundheit seiner Zuchtkatzen steht. Zumindest sehe ich das so und auch meine Züchterfreunde und -freundinnen, die sich mit mir für die Aufklärung zum Thema »Weißzucht« stark machen.

Mehr über den Audiometrie-Test finden Sie in meinem Artikel »Weiße Schönheiten …« und wenn Sie suchen nach: Audiometrie-Test, BEAR-Test und Tapetum Lucidum.

Ich hoffe sehr, Sie begreifen die Brisanz meiner Warnung. Rufen Sie mich an, wenn Sie Zweifel und Fragen haben.


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